Redewendung – Kein Blatt vor den Mund nehmen

Guten Morgen ihr lieben,

wir haben euch wieder eine Redewendung für diese Woche herausgesucht. Kein Blatt vor dem Mund nehmen. Kennt ihr diese Redewendung oder ist diese neu für euch? Wisst ihr was damit gemeint ist und denkt ihr auch oft „Ich nehme mir mal kein Blatt vor dem Mund und sage was ich denke?

Dann solltet ihr unbedingt mal lesen worum es hier geht bei der Redewendung.

Damit wünschen wir euch eine schöne Rest Woche und passt auf euch auf.

Redewendung – kein Blatt vor dem Mund nehmen

Michael wundert sich immer, dass Martin so direkt ist und jedem seine Meinung ins Gesicht sagt. Michael’s bester Freund Timo meint dazu immer nur: „Michael sagt halt immer was er denkt. Er nimmt eben kein Blatt vor den Mund“. Mit dieser Szene ist der Sinn der Redewendung eigentlich schon erklärt, denn wenn jemand „kein Blatt vor dem Mund nimmt“, spricht derjenige unbeschönigt aus, was er denkt, ist offen und direkt.

Aber woher stammt die Redewendung? Ursprünglich ist die Redewendung auf einen alten Theaterbrauch zurückzuführen. Damals machte man sich, vor allem in Komödien, über Sachen, Begebenheiten und Personen lustig.

Weil die Stücke selbst vor Königen keinen Halt in ihrer Häme machten und meist sehr anstößig und obszön waren, versteckten sich die Schauspieler hinter Masken, damit sie für das Gesagte nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnten. Weil es Masken aber in der Anfangszeit des Theaters noch nicht gab, bediente man sich einfach eines Blattes, um das Gesicht zu verbergen. Jene Schauspieler, die darauf verzichteten, offen zum Publikum sprachen und ihr Gesicht zeigten, nahmen demnach kein Blatt vor den Mund. Im Laufe des 16. Jahrhunderts deutete man das Blatt im Rahmen dieser Redewendung auch als Rebenblatt vom Wein. Weil zu viel Wein betrunken und redselig macht, dachte man daher auch an die vom Wein gelöste Zunge, die einen munter plappern lässt.

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